Rezepte

Herbstcollage Baseler Lebkuchen
Weihnachtskekse
Herrmann
Germstriezel - Hefezopf  
Holler
Knete
Zwiebeln bräunen
Fleisch kaufen
Grießbrei für Löfflinge
Links
Grundsätzliches


Holler - Holunderblüte ist im Mai/Juni!

Der Holunder ist eine alte Heilpflanze, die an jedem alten Hof wächst. Aus den Blüten kann man nicht nur einen Schwitztee machen, sondern auch Hollersirup. Außerdem kann man die frischen Blütendolden im Tropfteig ausbacken (frittieren).

Hollersirup

Hollersirup einkochen

1.) mit Kochen

60 Dolden Holunderblüten
10 l Wasser
5 Orangen mit unbehandelter Schale, feinblättrig geschnitten
5 Zitronen mit unbehandelter Schale, feinblättrig geschnitten

alles 1-2 Tage ziehen lassen, abseihen, dann

je 1 kg Zucker (also insgesamt 10 kg) mit 1 l Sud aufkochen, auskühlen lassen, mit
130 g Zitronensäure (insgesamt)

vermischen, in ausgekochte Flaschen noch warm abfüllen. Zum Trinken ca. 50 – 100 ml Sirup auf 1 l Wasser mischen, je nach Geschmack.

Statt Zitronensäure kann man auch Weinsteinsäure oder Ascorbinsäure nehmen, statt weißem Zucker auch Honig oder Rohrohrzucker.
Ich achte schon beim Sammeln darauf, Dolden ohne Tierchen zu nehmen. Anstatt die Zitrusfrüchte feinblättrig zu schneiden kann man sie auch auspressen und samt der ausgepreßten Hälften ziehen lassen. Das spart etwas Arbeit. Die Flaschen müssen vor dem Befüllen ausgekocht werden. Ich nehme zum Ausspülen/Umdrehen der Flaschen (Wasserkocher) eine Grillzange zu Hilfe. Beim Kochen mit Zucker auf einem Ceranfeld muß man aufpassen, daß kein heißer Zucker auf das Ceranfeld tropft, denn dies scheint eine interessante chemische Reaktion zu ergeben, die tiefe Furchen hinterlassen kann. So hat es mir zumindest der Verkäufer meines Herdes aus seinen Erfahrungen berichtet.

2.) ohne Kochen

15 Dolden Holunderblüten
70 g Zitronensäure (Apotheke)
2,5 l Wasser

Alles 24 Std. stehen lassen, dann

2,5 kg Zucker zusetzen,

nochmals 24 Std. stehen lassen, abseihen, in ausgekochte Flaschen abfüllen. Zum Trinken ca. 50 – 100 ml Sirup auf 1 l Wasser mischen, je nach Geschmack.

Hollersekt

1.) ohne Kochen

10 l Wasser
250 ml Weinessig
1 unbehandelte Zitrone in Scheiben
1 kg Zucker
12 Dolden Holunderblüten

alles 3 Tage stehen lassen, viel verrühren, dann bald trinken, nicht als Vorrat gedacht

2.) mit Kochen

5 l Wasser
10 Dolden Holunderblüten
500 g Zucker
125 ml Weinessig
1 unbehandelte Zitrone in Scheiben
1 unbehandelte Orange in Scheiben

alles 2 Tage an die Sonne stellen abseihen, in ausgekochte Flaschen abfüllen, gut verschließen, und im Keller im Sand eingraben (kühl aufbewahren).

Holler.doc

ausgebackene Hollerstrauben

weißes Mehl (hat viel Gluten und klebt deshalb besser als Vollkornmehl)
Wasser
Gewürze

zu einem relativ dünnflüssigen Teig verarbeiten. Darin die Blütendolden eintunken, so daß alle weißen Blüten vom Teig bedeckt sind. Der Teig sollte also noch an den Blüten haften.
Die Dolden in einer Pfanne mit heißem Öl ausbacken, abtropfen lassen, mit Puderzucker überstäuben.


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das ultimative Rezept für Baseler Lebkuchen von meiner Uroma

4 Eier
500g Zucker

eine Stunde rühren (Zitat meiner Tante), aber gut verrühren reicht auch. Dann dazu:

1 TL Zimt
1/2 TL Nelken
1 Handvoll Haferflocken oder Mandeln (Oma hatte große Hände)
12 g Pottasche oder Hirschhornsalz (in Wasser auflösen)
180 g Honig
ca. 600 g Mehl, soviel der Teig annimmt.

Über Nacht den Teig stehen lassen. Am anderen Tag ausstechen oder schneiden. Den Teig nicht zu dünn verarbeiten!
Bei 180°C (Heißluft) backen, 9 min für 1 Blech, 13 min für 2 Bleche, nach dem Auskühlen mit Zuckerguß (am besten Zitronenguß) glasieren. Wenn man denkt, die Lebkuchen seien noch zu weich: Es sollen keine Kekse werden, die Backzeiten stimmen!
Meine Oma hat immer gleich die dreifache Teigmenge gemacht. Zu Weihnachten bekam dann jedes der 11 Enkelkinder eine von diesen hohen zylindrischen Kaffeedosen voll Lebkuchen.


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Weihnachtskekse

Zimtsterne

4 Eischnee
1 Pr. Salz
300g Puderzucker --- schlagen
1 TL Zitronensaft --- tropfenweise dazugeben. Vom Eischnee 5 EL abnehmen und mit feuchtem Tuch bedecken
500g ungeschälte gemahlene Mandeln und
2 TL Zimt --- unter den Eischnee heben, aber 50g Mandeln zum Bestreuen des Bleches abnehmen
Teig 5 mm dick ausrollen (Vorsicht: reißt leicht), Sterne ausstechen, mit aufgehobenem Eischnee bestreichen

Bei 160°C (Heißluft) 15 min. backen.


Vanillekipferl

210g Mehl
180g geriebene Butter (ja, mit der groben Käsereibe reiben)
50g Puderzucker
70g gemahlene Mandeln
2 Eigelb

Mürbeteig bereiten: Trockene Zutaten vermischen und auf die Arbeitsfläche geben, in der Mitte eine Kuhle formen, und dorthinein Butter reiben und Eigelb geben. Alles verkneten. 1 Std. kühlstellen. Daumendicke Rollen formen, 4 cm lange Stücke abschneiden, Kipferl (Hörnchen) formen, auf unbefettetes Blech legen. Eine andere Methode ist: Dicke Rolle formen, gleichgroße Scheiben abschneiden und diese zwischen den Handflächen zu Kipferln rollen. Je kühler der Teig verarbeitet wird, umso besser. Evtl. zwischendurch immer wieder kaltstellen.

Bei 180°C (Heißluft) 10-20 min. backen. Noch heiß in
50g Puderzucker mit
3 Vanillezucker
vermischt wälzen (Vorsicht: sie brechen leicht).


Buttergebäck

500g Mehl
250g Zucker
250-300g Butter
4 Eigelb
gemahlene Zitronenschale (nicht das Fertig-Aroma-Tütchen mit Zucker, sondern nur das reine Gewürz)

Mürbeteig bereiten: Trockene Zutaten vermischen und auf die Arbeitsfläche geben, in der Mitte eine Kuhle formen, und dorthinein Butter reiben und Eigelb geben. Alles verkneten. 1 Std. kühlstellen. Je kühler der Teig verarbeitet wird, umso besser. Nur einen Teil zum Ausrollen abnehmen, den Rest im Kühlschrank lassen. Dünn ausrollen, ausstechen, mit
1 verquirltem Eigelb
bestreichen. Das bei diesem Rezept nicht verwendete Eiweiß kann für die Makronen verwendet werden.
Bei 175°C (Heißluft) 15 min. backen. Dieses Rezept stammt aus einem Melsunger Pfarrhaushalt.


Makronen: Kokosmakronen, Mandelmakronen, Nußmakronen

4 Eischnee
200g feiner Zucker
1 EL Vanillezucker --- Eischnee mit Zucker und Vanillezucker schnittfest schlagen
200g gemahlene Mandeln bzw. gemahlene Müsse bzw. Kokosraspeln --- unterheben
70-90 runde Backoblaten
ganze Nüsse bzw. ganze Mandeln, je nach Sorte.

Eischnee mit Zucker schlagen, Nüsse/Mandeln/Kokos unterheben. Das Rezept bezieht sich auf ent oder weder. Wer alle 3 Sorten Makronen machen möchte, muß 12 Eier und 600g Zucker nehmen.
Ein Blech mit den Oblaten belegen. Mit einem Teelöffel die Masse drauflöffeln. Abstand halten, sie laufen auseinander. Nußmakronen bekommen eine ganze Nuß obenauf, Mandelmakronen eine ganze Mandel. Das nicht benötigte Eigelb kann man im Buttergebäck (s.o.) verwenden. Auch dieses Rezept stammt aus dem erwähnten Melsunger Pfarrhaushalt.

Bei 140°C (Heißluft) 30-40 min. backen.


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Herrmann

Wie man Herrmann behandelt, steht im der Datei, die Ihr hier runterladen könnt. Da das Rezept ohne den Sauerteig-Ansatz wertlos ist, habe ich es auf dieser Seite nicht noch mal abgeschrieben.

Herrmann.pdf


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Germstriezel - Hefezopf

Germstriezel Das Rezept ist ein sog. „verbesserter Germteig“, weil er zusätzlich zu Mehl, Germ (Hefe) und Salz auch noch Eier und Zucker enthält. Außerdem wird er nicht mit Wasser, sondern mit Milch angesetzt.

500g Mehl
30g frische Hefe
250ml Milch
1 Pr. Salz
2 Eigelb
50g Margarine
50g Zucker

etwas Milch zum Bestreichen
evtl. 1-2 EL Marmelade mit 1 TL heißem Wasser zum Aprikotieren

Teigzubereitung:
Alle trockenen Zutaten vermengen (Mehl, Salz, Zucker), in einem Topf auf niedrigster Stufe die Milch leicht (!) erwärmen und Hefe, Margarine und Eigelb darin auflösen und zum Teig geben. Wenn die Hefebakterien das überleben sollen, darf die Milch wirklich nur handwarm werden, nicht wärmer! Auch Salz tötet die Hefebakterien, deshalb Abstandhalten beim Vermischen. Alles verkneten und an einem warmen Ort gehenlassen.
Gehenlassen:
So geht es halbwegs schnell: Während der Teigzubereitung den Ofen auf 100°C erwärmen, ausschalten und den Teig in der (Metall-)Schüssel 20 min reinstellen. Danach sollte er sich sichtbar vergrößert haben. Wenn nicht, kann man ihm noch mehr Zeit geben und beim nächsten Mal frische Hefe nehmen, und sich darauf einstellen, daß das Gebäck heute etwas kompakter und sättigender ausfällt als erhofft. Da man ihn beim Flechten eh wieder etwas zusammenknetet, sollte der geflochtene Striezel auch noch etwas gehen dürfen.
Flechten:
Ein Germstriezel oder auch Hefezopf wird aus 6 Strängen geflochten. Wie das geht, erklärt Christian Ofner bei youtube ab 2'24'' ganz hervorragend.
Gehenlassen und Backen:
Den fertigen Striezel entweder in den kalten Ofen schieben und während des Aufheizens gehen lassen, oder erst abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen und dann in den vorgeheizten Ofen (220°C mit Ober- und Unterhitze) geben. Erst nach dem Gehenlassen mit Milch bestreichen (damit er gleichmäßiger bräunt). Dann backen, bis es riecht und der Striezel beim Klopfen hohl klingt, vielleicht 30 min.
Aprikotieren
Wer mag, kann den frischgebackenen Striezel noch mit Marmelade bestreichen. Das erzeugt einen leckeren Glanz. Dazu verrührt man etwas Marmelade mit sehr wenig Wasser. Wie der Name sagt, sollte es eigentlich Marillenmarmelade sein, doch Erdbeermarmelade tut es auch.
Wissenswertes:
- Hefeteig mag keinen Zug, deshalb bitte keine Umluft, und beim Gehenlassen mit einem Tuch abdecken.
- Ein Hefeteig gelingt besser, wenn man frische Hefe nimmt. Mit Trockenhefe gelingt es auch, aber der Teig geht nicht so bereitwillig und ist auch empfindlicher, wenn man eine ungünstige Knettechnik verwendet. Für Trockenhefe würde ich immer die doppelte Menge Hefe verwenden, bei frischer Hefe (und damit meine ich nicht nur Hefe aus dem Kühlregal, sondern tatsächlich welche, die man frisch gekauft hat) reicht ein Würfel für 1 kg Mehl aus. - Beim Kneten entweder „Knethaken“ nehmen oder dafür sorgen, daß möglichst viel Luft in den Teig kommt. Kneten, bis die Schüssel sauber ist. Der Teig kann aber ruhig noch leicht klebrig sein. Je mehr Mehl man zugibt, umso kompakter wird das Gebäck. Also lieber weich verarbeiten und notfalls erst nach dem Gehen zur Verarbeitung leicht bestäuben.


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Knete

1. Rezept

400 g weißes Mehl
200 g Salz
30 g Alaun (N Al (SO4)2 * 12 H2O) aus der Apotheke
3 EL Öl
½ l kochendes Wasser
Lebensmittelfarbe

Die trockenen Zutaten miteinander vermischen, dann das kochende Wasser zugießen und mit dem Mixer verkneten. Zuerst wird die Knete sehr naß aussehen. Da aber noch einiges Wasser verdunsten wird, kann man in Ruhe abwarten, bis sie abgekühlt ist. Wenn sie auch kalt noch zu matschig sein sollte, kann man sie im Ofen trocknen, z.B. bei 40°C, oder auch auf der Heizung. Wenn die Knete im Laufe der Zeit zu trocken und krümelig geworden ist, kann man sie auch noch mal wässern. Ich sprühe immer vor dem Verpacken in einer luftdicht schließenden Dose mit einem Zerstäuber ein wenig Wasser über die Knete.
Wem Lebensmittelfarbe zu teuer ist, der kann entweder Ostereierfarben im Wasser auflösen (die sind wesentlich billiger), das Wasser z.B. mit Zwiebelschalen oder Roten Beeten färben, oder auch Kürbiskernöl verwenden, das die Knete hellgrün färbt.
Die Knete muß luftdicht aufbewahrt werden, sonst trocknet sie mit der Zeit ein. Man kann seine Gebilde also auch absichtlich hart werden lassen.

2. Rezept

2 ½ Tassen Mehl
1 ½ Tassen Salz
2 Tassen Wasser
1 EL Öl
1 TL Weinsteinsäure

Alles in einem Topf unter Rühren auf kl. Flamme langsam erhitzen, dann abkühlen lassen und nach Belieben mit Lebensmittelfarben färben.


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Zwiebeln bräunen

Zwiebeln anbraten

Zwiebeln sind Bestandteil eigentlich aller Suppen. Das ist auch gut so, da Zwiebeln gesund sind und einen guten Geschmack ergeben. Zwiebeln schneiden ist eine Sache für sich. Die ätherischen Öle sorgen für tränende Augen, sind aber gesund. Deshalb sollte man Zwiebeln nicht unter fließendem Wasser schneiden und damit ausspülen. Eine Taucherbrille hilft manchmal. Ich bevorzuge eines dieser Spielzeuge meiner bevorzugten Kunststoff-Firma, mit dem man Zwiebeln mechanisch und mit Deckel hacken kann.
Doch ich möchte hier über's Bräunen der Zwiebeln reden. Überall liest man, daß man die fein geschnittenen Zwiebeln in Öl anbraten solle. Das habe ich in meiner Hauswirtschaftsschule auch so gelernt und so einige Fuhren schwarzer Kohle schamhaft entsorgen müssen. Der Zeitpunkt zwischen roh, glasig und braun war für mich nie sicher zu bestimmen. Außerdem werden in Öl angebratene Zwiebeln nicht lecker.
Der Trick ist, daß man Zwiebeln gar nicht in Öl anbrät, sondern in Wasser! Bedecke Deine gehackten Zwiebeln mit Wasser und verteile alles gleichmäßig im Topf bzw. der Pfanne. Koche alles ohne zu Rühren auf - dabei saugen sich die Zwiebeln zunächst voll und quellen anstatt zu schrumpfen wie in Öl. Dabei verkneifst Du Dir alle Impulse, umzurühren. Warte, bis das Wasser verdunstet - jetzt wird der Topfboden braun. Warte noch ca. 40 sec ohne zu rühren, dann endlich darfst Du rühren und wirst sehen, daß die Zwiebeln jetzt endlich richtig braun werden und so lecker wie bei Omas Bratkartoffeln riechen.



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Fleisch kaufen

Wir haben verschiedenes Bio-Fleisch probiert. Auch das aus dem Supermarkt kennen wir. Die örtlichen Fleischereien auch. Doch nirgends fanden wir geschmackliche Unterschiede. Bis wir neulich Wurst der Fleischerei Ströming in Hamburg probierten: So gut kann Fleisch bzw. Wurst schmecken! Strömings haben zwar unzertifiziertes Fleisch (dh. weder aus offizieller artgerechter Tierhaltung noch offiziell Bio), aber die Tiere haben Auslauf, leben fast doppelt so lange wie woanders und werden am Ende streßarm geschlachtet; außerdem sind es alte Rassen. Doch damit hört es nicht auf: Nach der Schlachtung muß das Fleisch fachgerecht zerteilt werden UND auch noch einmal für einige Wochen reifen.
An diesen Punkten ist man als Konsument relativ hilflos: Auch Bio-Fleisch kann zu kurz gereift sein oder sehr viel Wasser ausschwitzen, selbst wenn es weniger Antibiotika enthält. Doch man kann Fleisch meiden, das zu viel Wasser beim Anbraten verliert, oder welches im Laden zu rot aussieht. Nach dem Braten und auch schon beim Zerteilen in der Pfanne sollte Hackfleisch kein Gummi sein (Ihr wißt sicher, welchen Supermarkt ich jetzt meine).
Ethisch kann man zu Fleisch an sich natürlich viel sagen. Diese Diskussion überlasse ich den Vegetariern, Veganern oder Rohköstlern. Doch selbst wenn man keiner strengen Ernährungsrichtung anhängt, sollte man sich vergegenwärtigen, daß für Fleisch Tiere ihr Leben gegeben haben. Auch Fleischesser sollten dies würdigen, indem sie Fleisch quantitativ weniger, qualitativ besser, und allem bewußter genießen. Da Fleisch genau wie Kaffee außerdem den Körper übersäuert (wenn man denn dran glauben mag), und auch in Billigstqualität relativ teuer ist, wenn man es mit Gemüse vergleicht (ganz zu schweigen von den ethischen Komponenten der Gesamtbilanz), empfehle ich Euch, mal auf Euren Fleischkonsum zu achten. Protokolliert doch mal 1 Woche lang, wann Ihr wo Fleisch gegessen habt, und Ihr werdet Euch wundern, in wieviel Fertigprodukten winzige Fitzel beigemengt sind, oder darüber, daß Ihr vielleicht 3x täglich, dh. bei jeder Mahlzeit Fleisch gegessen habt. Auch der Preis sollte kein Argument sein: Ihr zahlt für leckeres Fleisch wenig mehr als für schlechtes. Und schlechtes Fleisch kostet sehr viel mehr als Gemüse. Wenn Ihr Euren Konsum insgesamt reduziert, könnt Ihr besseres Fleisch bezahlen und habt trotzdem noch gespart. Ich würde pro Person 80-100g Fleisch ansetzen, mehr muß es nicht sein, obwohl natürlich jeder von einen leckeren Braten auch nachnehmen würde. Doch wenn er alle ist, ist es auch gut.
Zur Zubereitung: Erst Öl erhitzen (nicht viel, 1 EL reicht pro Pfanne oder Topf), dann das Fleisch reingeben. Dadurch wird das Fleisch scharf angebraten, die Poren schließen sich schnell und weniger Saft kann austreten. Auch Gulasch oder Rouladen können vor dem Aufgießen so angebraten werden. Schlechtes Fleisch verliert dabei viel Wasser, welches im Öl fies spritzt. Dann sollte man Handschuhe und lange Ärmel tragen, den Deckel geschlossen halten und diesen Fleischer von der Einkaufsliste streichen. Rouladen können auch ohne Aufgießen in einer geschlossenen Auflaufform im Rohr gegart werden. Sie sind dann trockener, aber geschmacklich intensiver, da der Geschmack nicht im Saft landen kann. Bratwurst mit einer Gabel oder Schaschliknadel mehrmals einpieken, dann kann das Fett durch diese Löcher raus und muß nicht den gesamten Darm in Form von langen Rissen sprengen. Braten mit Senf einreiben und mit einem Bratenthermometer die innere Temperatur prüfen. Ab 60°C ist das Fleisch durch. Fleisch nur kurz anbraten, dann den Deckel schließen, und auf keinen Fall so lange warten, bis alles Wasser verdunstet ist. Sonst schmeckt es nur noch wie Stroh, aber Fleisch soll saftig bleiben.
Also: Achtet beim Einkauf auf die Ethik (Tierleben, Einkaufsmenge usw.), und verringert alles Fleisch, das eh nicht schmeckt. Dann wird Euch nichts fehlen, und Ihr habt trotzdem Lebensqualität gewonnen.

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Grießbrei für Löfflinge

* Da wir die Kinder von Anfang an vollwertig und gesund ernähen wollten, haben wir den Grießbrei selbst gekocht. Da die Kinder das verinnerlichen, was ihnen geschmacklich in den ersten Lebensjahren antrainiert wird, haben wir ihnen in dieser Zeit einfach keinen Zucker gegeben. * (Klugscheißmodus aus)

schnelle Methode, wenn das Kind schon sehr ungeduldig ist:
- Topfboden mit Wasser bedecken und auf Stufe 3 aufkochen lassen
- Milch aufgießen und den Topf ausschalten - die Restwärme reicht (außer bei Induktion oder Gas)
- Dinkel-Vollkorn-Grieß einrühren, rühren, rühren, rühren, bis der Brei einmal aufgekocht ist oder etwas andickt
- auf einen flachen Eßteller gießen
Der Brei kann jetzt schon vom Rand aus kreisförmig gefüttert werden (an die Lippen halten, um die Temperatur zu überprüfen). Zum Abkühlen bzw. zur Geschmacksvariation kann etwas ungeüßtes Fruchtmus dazugegeben werden.
Fragt bitte nicht nach Mengen, ich mache das rein nach Gefühl. Probiert es auch ruhig aus. Im schlimmsten Fall wird der Brei zu dick oder zu flüssig, dann muß man Milch oder Grieß zugeben und den Rest selbst essen.

Klümpchen wird man nur in zähen Soßen/Teigen los, niemals in flüssigen. Das liegt an der Eigenreibung, die die Klümpchen eben nur zerreiben kann, wenn es zäh genug ist. Also: Erst die Klümpchen verrühren, dann die Flüssigkeit dazugeben

Rezept für größere Kinder und Mengen:
- 1 l Milch
- 130g Dinkel-Vollkorn-Grieß
Milch aufkochen, Grieß mit dem Schneebesen hineinrühren, einmal unter Rühren aufkochen lassen. Der Brei quillt noch - also nicht zu viel Grieß hineingeben.
Mit Zucker&Zimt, Stevia, Apfelmus, einem Schnitz Butter und/oder Milch servieren.

links

- Steinzeitdiät verzichtet auf Fertigkost bzw. Nahrumgsmittelzusätze sowie auf Getreide: Paleo360
- In diesem Blog geht es um 4 Säulen der Gesundheit, nämlich neben Ernährung und Sport auch Zufriedenheit und Weiterentwicklung: Healty Habits
- grüne Smoothies sind hier erprobt: Healthyoublog.de
- bei Chefkoch gibt es Rezepte zu fast allem: Chefkoch

Grundsätzliches zum Kochen und Essen

- Rezepte sind eine Anregung, kein Sklaventreiber. Sie gelingen auch, wenn man Zutaten a) austauscht, b) wegläßt, c) die Mengen verändert. Wenn nicht, lernen wir aus den Fehlern.
- Wir essen alles, notieren uns aber nur die Rezepte, die "lecker" waren.
- Essen sollte nicht weggeschmissen werden, solange es esßbar ist, dh. keinen Makel hat, außer, daß es uns nicht schmeckt oder zu viel ist. Das sind wir den Lebewesen schuldig, die es erzeugt haben, und denjenigen, die zu wenig zu Essen haben. Was tun bei Resten? Ich verteile beim Aufteilen das Essen so, daß möglichst keine Reste übrigbleiben. Oder ich lasse gleich so viel im Topf, daß sich Einfrieren / Aufheben lohnt. Wenn jemand seine Portion nicht schafft, kommen die Reste in den Topf zurück - innerfamiliär zumindest, und wenn ich gesehen habe, daß das Essen auf dem Teller unberührt rumlag und nicht rumgeschoben wurde oder sonstwie drin rumgestochert wurde.
- Geschmack ist Gewohnheitssache, ehrlich! Löst Euch von Erwartungshaltungen, wie Essen schmecken soll, sondern seid offen für Experimente und neue Geschmäcker.
- Tradierte Rezepte sind oft "Resteessen": Pizza (was kann man eigentlich NICHT auf Pizza legen?), Maultaschen/Ravioli/Piroggen/gefüllte Teigtaschen gibt es ebenso in allen erdenklichen Variationen. Ich lege oft alles aus dem Kühlschrank raus, was bald weg sollte, und daraus fange ich an zu kochen. Meist weiß ich vorher nicht, was es wird, aber das kann man sich beim Gemüseschnippeln ja überlegen.
- Kohlenhydrate brauchen meist am längsten. Stelle den Schnellkochtopf mit Kartoffeln ruhig schon 3 Std. vorher auf, denn dann geht das restliche Kochen angenehm schnell. Kohlenhydrate sind zB. Hirse, Bulgur, Couscous, Kartoffeln, Reis, Nudeln.
- Eine Prise Zucker gehört in jede Suppe, eine Prise Salz in jeden Kuchen.
- Milchprodukte in Rezepten kann man meist problemlos austauschen, dh. Schmand - Sahne - Dickmilch - Joghurt - Quark - Frischkäse. Dadurch ändert sich meist nur die Konsistenz. Wenn es zu flüssig wird, kann man zB ein Ei zugeben (ist Backtriebmittel und dickt an). Auch Gelantine und Kartoffelmehl dicken an, je nach Speise. Wenn es zu fest wird, hilft eine Schuß Milch oder Mineralwasser. Manchmal kann man dadurch Fett reduzieren, ohne daß es schlechter schmeckt.
- Fett ist Geschmacksträger. Alles, was fettig ist, schmeckt lecker. Das kann man durch Gewürze ausgleichen, aber es wird doch nie der Erwartungshaltung entsprechen, die man als "Fertiggerichte-sind-Maßstab"-Konsument aufgebaut hat. Da hilft nur Umgewöhnung.
- Ich habe Backpulver erst rausgeschmeckt, nachdem ich 1 Jahr keines verwendet hatte. Stattdessen ein Ei mehr nehmen. Allerdings machen Eier schwere Teige. Also Backpulver einfach weglassen. Oder das Ei trennen und Eischnee einarbeiten. Oder gleichviele Eier nehmen, aber größere... Kuchen wird es also trotzdem, nur eben nicht so hoch.
- Fleischmengen reduzieren. Gemüsemengen erhöhen.
- Früher wunderte ich mich über diese alten Rezepte auf Küchenhandtüchern, wo gar keine Mengenangaben draufstanden. Doch es stimmt: Es ist egal, wieviel Öl man zum Anbraten oder für die Mehlschwitze nimmt. Man kann 1 Schnitz Margarine nehmen oder 100 ml Öl. Gelingen wird es trotzdem. Dasselbe mit Gemüse: 400g Gemüse gelingen genauso wie 1,2 kg. Gulasch schmeckt, egal, ob 1 EL oder eine halbe oder eine ganze Tube Tomatenmark drin ist. Oder gar kein Tomatenmark, sondern frische Tomaten. Laßt Euch nicht einschüchtern, sondern experimentiert mit dem, was Ihr zu Hause habt. Letztendlich braucht man ein Gefühl für Mengen und Gewürze, und ein wenig Hintergrundwissen über Koch- bzw. Backeigenschaften der Zutaten, dann geht es ohne Rezept. Kochen lernt man nur durchs Kochen.

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